IKEA sucht ersten Standort für Hotelkette

Mit dem schwedischen Möbelkonzern IKEA drängt ein Branchenneuling in das mit Abstand wachstumsträchtigste Segment im europäischen Hotelsektor: Den Budget-Design-Hotels.

IKEA will neue Märkte erschließen und hat ein eigenes Hotelkonzept entwickelt. Umgesetzt werden soll es von der Brüsseler Schwestergesellschaft Inter Ikea, zu deren Geschäftsfeldern die Immobilienentwicklung zählt. Manager Michael Müller äußerte sich zu den Plänen noch zurückhaltend. So will das Unternehmen in wenigen Wochen den ersten Standort für das Budget-Hotel verkünden. Zudem stehe man mit Hotelbetreibern in Verhandlungen, die in Zukunft das Konzept umsetzen sollen.
Inter Ikea zeigt sich allerdings als durchaus ehrgeizig: Bereits Im Laufe des Jahres 2013 soll das erste Hotel eröffnen. 100 weitere Standorte werden nach und nach europaweit dazu kommen. Das Projekt wird ohne fremde Investoren und mit eigenem Namen, ohne Bezug zu IKEA, umgesetzt. Zahlen über die geplante Investitionshöhe nannte der Manager nicht, Experten rechnen aber mit einer Summe von etwa 1 Milliarde Euro. Laut Müller sollen die Partner aus der Hotellerie ihr Expertenwissen in das Projekt einfließen lassen und am finanziellen Gewinn beteiligt werden.

Hohes Wachstumspotenzial im Bereich Budget-Hotels

Die Aussichten darauf stehen nicht schlecht, weist das Segment Budget-Hotels seit Jahren zweistellige Zuwachsraten bei Buchung und Umsatz vor. Marktführer in Deutschland ist die Kette Motel One, die seit 1998 mit ihrem Angebot aus preiswerten, aber in striktem Einheitsstil gestalteten Unterkünften in attraktiver Innenstadtlage, gut ankommt. Design-Budget-Hotels haben gegenwärtig einen Marktanteil von zehn Prozent in Deutschland. Angesichts des wachsenden Spardrucks bei Reisekosten auf Unternehmensseite schätzen Fachkreise das Wachstumspotenzial als äußerst günstig ein. Für die Hotels sucht IKEA laut einem Bericht der “Immobilien Zeitung” noch unbebaute Grundstücke oder solche mit Abrissgebäuden.
Der Ehrgeiz der Schweden endet nicht mit dem Aufbau von Hotels. Ganze Stadteile, mit Wohnungen, Büros, Hotels und Geschäften, will der Konzern auf brachliegenden Industriearealen und frei werdenden Flächen in Innenstadtlage, errichten. Ein solches Projekt soll für den Londoner Norden in der Nähe des Olympiaparks geplant sein, zitiert die Zeitung Müller.

Neben der Hotellerie hat Inter Ikea noch einen weiteren Zukunftsmarkt entdeckt: Künftig sollen Studenten nicht nur ihre Couch bei IKEA kaufen, sondern gleich in ein von IKEA entworfenes Studentenappartement ziehen. Dazu wurde laut Müller ein intelligentes Einrichtungssystem entwickelt, um die Zimmer für unterschiedliche Funktionen zu nutzen. Die Gebäude sollen jedoch nur für einen befristeten Zeitraum von Inter Ikea betrieben und anschließend für einen symbolischen Wert von einem Euro an die Universität übergeben werden.